Die Einführung einer Gruppenversicherung beginnt nicht mit Formularen, sondern mit einem Gespräch. Die Bedarfsanalyse dient dazu, von der Situation des Unternehmens auszugehen, nicht von einem fertigen Produkt: Zuerst verstehen wir, wen und wogegen das Unternehmen schützen möchte – erst danach kommen die Angebote ins Spiel. Dieser Artikel geht der Reihe nach durch, was ich dabei frage – und auch, was bewusst offenbleibt.
Alles andere ergibt sich daraus. Geht es um Mitarbeiterbindung und ein wettbewerbsfähiges Benefit-Paket, liegt der Schwerpunkt anders, als wenn der Inhaber vor allem den Unfallschutz einer körperlich arbeitenden Belegschaft stärken oder das Ausfallrisiko von Schlüsselpersonen absichern möchte. Das Ziel entscheidet, ob die Todesfall-, die Unfall- oder die Gesundheitsdeckungen (Operationsleistung, Krankenhaustagegeld, Schwere-Krankheiten-Deckung) stärker gewichtet werden – und auch, ob eine einzige Stufe für alle gilt oder Führungs- und Mitarbeiterstufen aufgebaut werden.
Die zwei Schlüsseldaten für ein Angebot sind Mitarbeiterzahl und Altersstruktur – darauf bauen die Versicherer ihre Prämienberechnung auf, deshalb frage ich diese beiden am genauesten ab. Im Artikel Mitarbeiterzahl und Altersstruktur zeige ich im Detail, wie sich das alles ohne Namen zusammenstellen lässt. Beim Budget suchen wir keine konkrete Prämie, sondern eine Größenordnung: welchen Jahres- oder Monatsbetrag das Unternehmen für das Programm einplant. Davon ausgehend lassen sich die Deckungssummen rückwärts planen – die konkrete Prämie sehen wir immer erst nach der Angebotsanfrage, aus den eingegangenen Angeboten.
Der Tätigkeitsbereich spricht die Sprache des Risikos: Büroarbeit und körperliche Arbeit unterscheiden sich im Unfallrisiko, und die Versicherer bilden das in der Regel sowohl in der Prämie als auch in den Bedingungen ab. Deshalb frage ich, wie sich das Team nach Tätigkeitsbereichen aufteilt, ob es mehrere Standorte gibt und ob die Arbeit mit Reisetätigkeit oder saisonalen Schwankungen der Mitarbeiterzahl verbunden ist. Dazu zählen auch Grenzfälle: Kolleginnen und Kollegen in der Probezeit, Teilzeitkräfte, länger abwesende Mitarbeiter – dafür lohnt es sich, schon zu Beginn eine Regel festzulegen, nicht erst beim ersten strittigen Fall.
Für die Angebotsanfrage braucht es in der Regel keine Namensliste und keine Gesundheitsdaten: Gruppenverträge starten in der Regel ohne individuelle Risikoprüfung. Wird bei Vertragsabschluss eine Erklärung der versicherten Person benötigt, geht diese direkt an den Versicherer – der Arbeitgeber erhält keinen Einblick in Gesundheitsdaten. Das ist nicht nur eine Frage des Datenschutzes: Kolleginnen und Kollegen fällt es auch leichter, zu einem Benefit Ja zu sagen, bei dem der Arbeitgeber keinen Einblick in ihren gesundheitlichen Hintergrund erhält.
Auf Basis der Analyse stelle ich die Unterlagen für die Angebotsanfrage zusammen und hole konkurrierende Angebote mehrerer Versicherer ein, nach demselben Kriterienraster – so werden die Ergebnisse tatsächlich vergleichbar. Den vollständigen Ablauf von der Angebotsanfrage bis zum Start zeigt die Seite So funktioniert es. Die Beratung ist kostenlos: Die Vermittlungsvergütung zahlt der Versicherer, und die Entscheidung bleibt bei jedem Schritt bei Ihnen.
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