Wenn ein Unternehmen eine betriebliche Gruppen-Lebens-, Unfall- und Summen-Krankenversicherung erwägt, lautet die zweite Frage fast immer: „Und wie wird das eigentlich besteuert?“ Das Gesamtbild ist eine gute Nachricht, die ehrliche Antwort lautet aber: Die Details hängen immer von der konkreten Konstruktion ab. Diesen Artikel lesen Sie daher am besten gemeinsam mit Ihrem Buchhalter – er ist auch für ihn geschrieben.
Die Grundkonstruktion ist einfach: Versicherungsnehmer und Prämienzahler ist das Unternehmen, versicherte Personen sind die Mitarbeitenden, und die Leistung ist eine fixe Auszahlung bei definierten Ereignissen – Unfall, Knochenbruch, Krankenhaustage, Operation, schwere Krankheit oder Todesfall. Die Funktionsweise im Detail zeigen wir auf der Seite So funktioniert es. Aus steuerlicher Sicht ist entscheidend: Die Prämie kann nach den derzeit geltenden Regeln in der Regel als Benefit gewährt werden und sich als ein gegenüber dem Lohn typischerweise steuerlich günstigeres Element in das Vergütungspaket einfügen – das ist jedoch kein Automatismus, sondern das Ergebnis einer gut geplanten Konstruktion. Zwei Fragen sollte man von Anfang an auseinanderhalten: Was kostet der Benefit das Unternehmen inklusive Lohnnebenkosten, und was ist er für den Mitarbeitenden wert – das sind nicht dieselben Zahlen, und genau in diesem Unterschied liegt der Kern der Planung.
Ein Teil der Gruppenverträge arbeitet mit einer sogenannten kollektiven Prämie: Der Versicherer legt für den gesamten versicherten Personenkreis eine Prämie fest, die sich nicht auf einzelne Personen herunterbrechen lässt. Bei anderen Konstruktionen ist die Prämie pro Person zuordenbar. Die steuerliche Beurteilung der beiden Ansätze kann sich nach den derzeit geltenden Regeln unterscheiden, und auch welche Variante zweckmäßiger ist, hängt vom jeweiligen Unternehmen ab – diese Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Buchhalter getroffen werden, am besten schon vor der Angebotsanfrage. Das ist also keine technische Nebensächlichkeit, sondern der Eckpfeiler der steuerlichen Behandlung; für den Vergleich mit dem Gehalt ist unser Artikel Gehaltserhöhung oder Gruppenleistung ein guter Ausgangspunkt.
Eine fundierte steuerliche Behandlung steht und fällt mit den Unterlagen. Halten Sie bereit:
Wenn diese Unterlagen vorliegen, muss der Buchhalter nicht raten, sondern kann einordnen. Bewährt hat sich, die Unterlagen schon im Startmonat in einem gemeinsamen digitalen Ordner zusammenzuführen – so muss weder beim Jahresabschluss noch bei einer möglichen Prüfung gesucht werden. Die häufigsten Buchhalterfragen haben wir separat im Buchhalter-Spickzettel zusammengestellt.
Die richtige Reihenfolge: zuerst das Ziel und der versicherte Personenkreis, danach die Abstimmung mit dem Buchhalter über die Konstruktion, und erst danach die Angebotsanfrage. Als Makler bereite ich die Varianten so vor, dass der Buchhalter zwischen echten Alternativen entscheiden kann. Und eine wichtige Trennung: Die steuerliche Behandlung der Prämie und die Besteuerung der Versicherungsleistung sind zwei getrennte Fragen – über Letztere lesen Sie in unserem Artikel zur Besteuerung der Auszahlung. Und der Schlusssatz bleibt auch hier derselbe: Die genaue steuerliche Behandlung sollten Sie mit Ihrem Buchhalter klären.
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